HSV Hannover gg. HHB Burgwedel 24:23 (3. Liga-Nord)

Erleichterung beim HSV – Enttäuschung beim HHB. Die Vorzeichen waren deutlich. Der HSV musste vor nahezu ausverkauftem Haus dieses Derby gewinnen, um nicht in den Abstiegskampf einzusteigen. HHB musste gewinnen, um den ohnehin vorletzten Tabellenplatz nicht noch weiter zu festigen. So war eigentlich klar, dass sich diese Begegnung nur mit der besseren Abwehr gewinnen lässt. Der HSV startete hervorragend und hatte mit dem über das gesamte Spiel hinweg starken Torwart Lange einen wertvollen Rückhalt. Ihm gelang es mehrfach Versuche des wurfgewaltigen Bilbija, den Außenspielern Antonovitch und Koch, als auch Kreisspieler Reinsch zu entschärfen. Der HSV hingegen konnte seine ersten Versuche verwerten und lag 4:1 in Front. Aber HHB zeigte sich keinesfalls geschockt, fand nun ebenfalls ins Spiel und gestaltete das jederzeit spannende Match offen. Zu verdanken war es der umsichtigen Spielweise von Marius Kastening und seinem ruhigen Spielaufbau, später auch dem reifen Spiel von Florian Freitag. Dem HSV wurde damit die Möglichkeit der schnellen Tempogegenstöße aufgrund von Ballverlusten genommen. HHB zeigte zudem ein schnelles Rückzugsverhalten und Mustafa Wendland lief im Tor zur Höchstform auf. Reihenweise konnte er Würfe der Außenspieler Schenker und Quedenbaum  halten, was zur Folge hatte, dass den Zuschauern nunmehr ein interessantes Spiel zweier Mannschaften auf Augenhöhe geboten wurde. Die zunächst mäßige Stimmung sollte sich im zweiten Spielabschnitt ändern. Begünstigt durch die ein oder andere unglückliche Schiedsrichterentscheidung -die jedoch beide Teams zu verdauen hatten, kamen Emotionen auf und packende Abwehrkämpfe bestimmten fortan das Spielgeschehen, bei dem sich der bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechselung ausgezeichnete HHB-Spieler Freitag auszeichnete. Eine Schwächung, wie sich später herausstellen sollte, denn die Burgwedler führten nicht unverdient gegen verunsicherte Hausherren und hatten nun mit dem an diesem Tag unglücklichen Bilbija wieder einen Unsicherheitsfaktor in ihren Reihen. Lediglich der erst 18-jährige HSV-Mittelspieler Bausch behielt Übersicht und Nerven, führte geschickt die Angriffe seines Teams, leistete als vorgezogener Abwehrspieler herausragendes und sollte neben Torwart Lange stärkster und entscheidender Spieler des HSV werden. Die zum Ende hin mehr und mehr auftretenden Fehlwürfe förderten die Spannung bis in die letzte Spielminute. Kurz vor Abpfiff hieß es gerechterweise 23:23, als in der letzten Spielminute ein mißlungener Wurfversuch von Bilbija vom HSV zum vielumjubelten, aber mehr als glücklichen Siegtreffer genutzt werden konnte. Auch der letzte Angriff des HHB über Kreisspieler Michailidis konnte nicht verwertet werden, sodass in Burgwedel nunmehr die Alarmglocken schrillen dürften. Am Ende war es die Verletzung von Freitag und die überragende Defensivleistung des vorgezogenen HSV-Abwehrspielers Bausch, die dem HSV den Sieg zweier gleichwertiger Mannschaften bescherte.