mA1 – gg. RN-Junglöwen 22:29 (1/2 Finale DM mA-Jugend)

Rumms – die Rhein-Neckar-Junglöwen haben ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Mit einer bärenstarken Vorstellung ließen sie dem Gastgeber im Hinspiel um den Einzug in das Endspiel zur Deutschen Meisterschaft beim deutlichen 22:29-Sieg keine Chance.

Alles war gerichtet für einen tollen Sportabend. Sport1-TV zeigtedas Spiel live im Internet. ‘Smörre’ Christophersen aus der Führungsriege der Reckenprofis und der erfolgreiche C-Jugend-Trainer Vincent Marohn waren die Kommentatoren einer Begegnung, in der die Gäste allein schon mit ihrer körperlichen Präsenz und ihrem Einstimmungsritual beeindruckten. Aber solche Gegner waren den Jungrecken nicht unbekannt, daher war keine ‘Angst’ zu spüren, als das Spiel von den insgesamt konsequenten und guten Schiedsrichtern Colin Hartmann/ Stefan Schneider angepfiffen worden ist. Burgdorf legte gleich zum 1:0 auf, aber die Löwen schlugen zurück und ließen von Beginn an keine Zweifel an ihren Absichten aufkommen. Burgdorfs Führungstreffer zum 2:1 und 3:2 wurden jeweils postwendend beantwortet. Dabei beließen es die Spieler von Trainer Daniel Haase allerdings nicht. Sie erhöhten den Druck und konnten gerade den in der Anfangsphase brandgefährlichen und kompakten Kreisspieler Benedikt Damm immer wieder gut in Szene setzen. 4 Torerfolge gelangen ihm insgesamt und in der Abwehr war er zudem die Verlässlichkeit in Person. Gemeinsam mit 2-Meter-Mann Philipp Ahouansou (4) war Damm verantwortlich für eine beruhigende 7:12-Führung in der 21. Minute. Es sollte schon die Vorentscheidung gewesen sein, wie sich später herausstellte. Die Burgdorfer hatten über die 60 Minuten Spielzeit lediglich mit Veit Mävers (9), Pablo Urdangarin (4) und Lukas Becher (3) gefährliche und treffsichere Akteure in ihren Reihen Bis zum Halbzeitpfiff war aufgrund einer kämpferischen Leistung ‘nur’ ein 12:16-Rückstand zu beklagen. Mehrere gute Wurfgelegenheiten vereitelte eine 6-0 orientierte Löwendeckung oder Gäste- Torwart Niklas Gierse, der sich mehrfach auszeichnen durfte und mit einem guten Stellungsspiel zu überzeugen wusste.

Im zweiten Spielabschnitt schien die TSV es zu schaffen, die stabile Abwehr der Gäste ins Wanken zu bringen. Mit schnellem Passspiel, initiiert durch Joel Wolf (1) gelangen einige Durchbrüche oder aber gute Anspiele zu den Außenspielern, sodass die gute Wurfquote die Burgdorfer unter tosendem Beifall in der ausverkauften Halle beim 18:21  wieder näher an die zwischenzeitlich auf 7 Tore entflohenen und dann aber unkonzentrierten Junglöwen heranbrachte. Nach einer Auszeit kamen jedoch wieder Stabilität ins Deckungs- und Angriffsspiel, sodass der Vorsprung trotz des gut haltenden TSV-Torwartes Tim Buschhorn letztendlich wieder auf 7 Tore anwachsen konnte. Die Löwen waren über die gesamte Spieldauer das reifere und auch spielerisch bessere Team. Sie verstanden es alle Mitspieler torgefährlich in Szene zu setzen. Sechs Spieler hatten 4 oder mehr Tore erzielen können. Beim Gastgeber waren es zwei. Ein Indiz mannschaftlicher Geschlossenheit. Für die Jungrecken wird es schwer -fast aussichtslos- im Rückspiel die Halle in Östringen mit einem 8-Tore-Sieg zu rocken. Aber ein Sieg ist möglich. Den Berliner Füchsen gelang  es dort im 1/4-Final-Rückspiel siegreich zu sein, wenn auch nur mit einem unzureichendenTor Differenz.

Burgdorf kann -egal wie es das Rückspiel ausgehen wird- mit dem bisher erreichten Erfolg mehr als zufrieden sein. Iker Romero hat ohnehin mit seinem Team und bestehenden Möglichkeiten das Beste herausgeholt.

Recken gg. SC Magdeburg 26:31 (DKB HBL)

Die Recken versäumten es sich für die tolle erste Halbzeit zu belohnen, in der sie dem Favoriten aus Magdeburg in Nichts nachstanden. Zwar liefen die Schützlinge von Carlos Ortega meistens einem Rückstand hinterher, der aber aber war nie deutlich. Im Vorbeigehen waren diese Recken also nicht zu schlagen. Magdeburg musste mehr investieren als geplant und ging mit einer wenig beruhigenden 15:12-Führung in die Halbzeit. Das Reckenspiel war bis zu diesem Zeitpunkt körperlich allerdings aufwändiger, was auch dazu führte, dass technische Fehler die Magdeburger immer wieder in Ballbesitz brachte und einfache Tore ermöglichte. Der zweite Spielabschnitt begann für die Hausherren katastrophal. Viele Ballverluste, Fehlwürfe oder Paraden des guten SCM-Keepers Yannick Green führten zu einem 8-Tore-Rückstand. Zwanzig Minuten lang kamen die Recken überhaupt nicht in die Begegnung und es bahnte sich ein Desaster an . Aber Morten Olsen und Co. fingen sich und starteten eine Aufholjagd, bei der sich insbesondere Timo Kastening mit sehenswertem Einsatz und Torerfolgen (8) auszeichnete. Inzwischen wirkte auch der junge Hannes Feise auf der Rückraum Linken Position mit und zeigte sich am Ende für 3 tolle Tore verantwortlich. Als Magdeburgs Vorsprung auf 3 Tore geschmolzen war nahm Trainer Bennet Wiegert eine Auszeit, die sich positiv auswirken sollte. Der SCM stabilisierte sich wieder, den Recken wurde der Flow genommen und am Ende war der verdiente Sieg der Gäste nie in Gefahr. Magdeburg verfügt über ein klasse Team und konnte es sich sogar leisten Spieler wie Michael Damgaard, der im Pokal-Final-Four den Recken noch 16 Tore eingeschenkt hatte, Robert Weber oder auch Keeper Dario Quenstedt kaum oder garnicht einzusetzen. Hannover-Burgdorf hingegen kämpft schon die ganze Saison mit Verletzungspech und so ist es kaum verwunderlich, dass die Dauerspieler Fabian Böhm, Evgeni Pevnov, Kai Häfner oder auch Morton Olson ausgelaugt wirkten. Wie dem auch sei, mit dem Abstieg haben die Recken nichts zu tun und können sich in den verbleibenden Spielen der Integration ihrer Nachwuchsasse widmen. Und die Jungs machen richtig Spaß.