Südafrika/ Botswana Mashatu Game Reserve August 2019

Nach 49 Jahren hat es mich mal wieder nach Südafrika gezogen. Damals war ich noch ein Jugendlicher und mit Eltern und Bruder dort, lebte in Namibia -was wir bereits 2015/2017 bereist hatten-  in dem kleinen Ort Karibib für 3,5 Jahre, weil mein Vater dort an einer deutschen Privatschule unterrichtet hatte. Jetzt war ich mit meiner Frau in diesem wunderbaren südlichen Afrika und mit ganz anderen Blickwinkeln für Fotografie, Natur, insbesondere Tierwelt, Kultur und für entspanntes Reisen.

Zunächst flogen wir 11 Stunden nach Johannesburg. Dort bleiben aber wir nur im Flughafen, um schon 90 Minuten später weitere 45 Minuten nach Richards Bay am Indischen Ocean zu fliegen. Dort stand schon unser Mietwagen parat mit dem es alsbald weiter ins nur 30km entfernte und touristisch ausgelegte Santa Lucia ging. Hier blieben wir 3 Nächte im älteren, dafür sehr persönlichen Whalesong Guesthouse. Auf eigene Faust wurden in den folgenden Tagen der iSimangaliso- und mFolozi – Parc besucht, wo wir schon einmal das volle Afrikafeeling beschert bekamen. Neben atemberaubenden Landschaften und dem schönen Indischen Ocean, waren es Grünmeerkatzen, Warzenschweine, Kudus, Gnus, Impalas, Zebras und vor allen Dingen Breitmaul-Nashörner die nicht nur die Augen, sondern auch die Kameralinsen erfreuten.

Weiter ging es in das sich an den Krüger-National-Park anschließende Klaserie -Private-Nature-Reserve mit einer überragenden Lodge, tollen Gamesafaris mit Löwensichtungen und direktem Flusspferd- und Giraffenbesuch auf dem Lodgegelände.  Zwei Nächte waren eigentlich zu kurz, aber der Zeitplan ließ nichts anderes zu und so ging die Reise weiter ins Swaziland (Königreich eSwatini), einem Staat innerhalb Südafrikas mit einer atemberaubenden Bergwelt und aufregenden Bergpässen, zB vom Dorf Piggs Peak auf den höchsten Berg Emlembe. Unbedingt aussteigen und die unglaubliche Landschaft fotografieren oder auch genießen!! In diesem schönen, aber größtenteils armen Land haben wir leider nur eine Nacht in der mehr als 100 Jahre alten Reillys Hiltop Lodge auf einer Bergkuppe gewohnt. Sie ist aus Steine errichtet und der Erbauer hat ‘seinen Schatz’ dem Naturschutz verschrieben. Die Lodge ist nicht nur deswegen absolut empfehlenswert. Allerdings sollten schon mindestens zwei Nächte eingeplant werden. Pflanzen und vor allen Dingen viele Vögel fühlen sich dort wegen der dichten Vegetation und der Nahrungsvielfalt angelockt. Im angrenzenden, durch einen Flächenbrand geschädigten Mlilwane – Game – Reserve mit abenteuerlichen Fahrwegen leben Krokodile und anderes Wild. Der Parc kann auch zu Fuß oder mit dem Rad erkundet werden. Klein, aber fein – so empfanden wir es dort und die verbrannte Natur fand sichtbar ihre Wege sich wieder zu renaturalisieren. Schade nur, dass der König im absoluten Luxus mit Privatjet schwimmt, während sein Volk eher am Hungertuch nagt.

Wir verließen eSwatini über einige Pässe und gelangten nach einigen Stunden über das Malelane – Gate und den Olifantsriver in den weltbekannte Kruger-National-Parc, 330km lang und mehr als 60km breit. Mit gemischten Gefühlen waren wir dorthin gereist, weil in Südafrika Ferienzeit war und mit viel Betrieb gerechnet werden musste. Aber es hielt sich wirklich in Grenzen und wir haben nur im südlichen Teil des ‘Kruger’ große Teile der großen afrikanischen Tierwelt beobachten können. Die Big-Five Wunschliste -insbesondere die Sichtung von 11 Junglöwen- wurde erfreulicherweise mehr als erfüllt und darüber hinaus bekamen wir sogar eine seltene Zibet – Katze zu Gesicht. Ein tolles Erlebnis. Fünf Nächte hatten wir im Lower Sabie-, Satara- und Olifants -Camp verbracht, die von den Unterkünften überzeugten, die beiden letztgenannten gastronomisch aber eher bescheiden waren. Das hatte damit zu tun, dass die Gastro-Betreiber und Servicekräfte ehemalige Staatsbedienstete waren und als solche in den nunmehr privaten Betrieben quasi weiterarbeiten. Freundlichkeit und Service ließen zu wünschen übrig, das Essen war definitiv Tiefkühlkost. Aber die Touristen kommen trotzdem, ob gut oder schlecht. Dafür waren auch die Preise für uns Europäer sehr angenehm. Bei einem Umtauschkurs von 1:17 konnten wir für 20€ viel bekommen – inclusive Getränke.  Die Erlebnisse im Parc waren außerdem so überragend, dass die Versorgung eher als nebensächlich zu betrachten war. Wenn erst einmal das große ‘Great Limpopo Transfrontiere Parc’ Projekt umgesetzt werden sollte, dann ist es kein Problem allein in dieser Parcarea 3 Wochen zu verbringen.

Vom Kruger-National-Parc führte uns die Reise für 1,5 Tage in den beeindruckenden Blyde River Canyon, den wir bei einer mehrstündigen Wanderung im Bereich der Three Rondevals Berge näher erkundet hatten, weiter nach Botswana in das Mashatu Privat Game Reserve. Mashatu ist von Südafrika nur über den Grenzübergang Pont Drift zu erreichen, das Reserve konnte nur mit Guides -in unserem Fall Jake’s und Comando (Künstlernamen)- befahren werden. Das Auto hatten wir im Grenzbereich stehen lassen müssen. Schon die Anfahrt zur Mashatu Tent Lodge war ein Highlight. Grobe Gravelroads, Trockenflussdurchquerungen mit einem offenen Toyota 4×4 und  erste Wildsichtungen begleiteten uns die 23 km und eineinhalb stündige Anfahrt zum Camp. Es war schon dekadenter Luxus der bei unserer Ankunft geboten wurde. Netter Empfang mit Zitronenwasser getränkten Tüchern zur ‘Gesichtsverschönerung ( 🙂 )’, hervorragende Einweisung -natürlich im besten englisch- in das Camp, seine Regeln und eine Begleitung zum in der Wildnis befindlichen Tent, was mit einer normalen Zelt nicht zu vergleichen war. Luxus nannten wir das, aber uns wurde mitgeteilt, dass es noch deutlich mehr Luxus gibt, natürlich mit den entsprechenden Preisen. €2000,- pro Nacht und Person werden mitunter verlangt, unser Camp war aber mit €690,- pro Zeltnacht nicht annähernd so teuer, allerdings wäre auch das für viele Menschen nicht mehr bezahlbar. Wir hatten für dieses Highlight ebenfalls gespart. Nach einem leckeren Mittagssnack ging es auch schon auf den ersten von insgesamt fünf Gamedrives, die alles, was wir uns an Tiererlebnisse erträumt hatten in den Schatten stellten. Elefanten, Leoparden, Geparden, Löwen, Hyänen und allerlei weiteres Wild hielt sich in diesem nicht umzäunten Park auf und wir hatten manchmal den Eindruck, dass die Tiere extra wegen uns gekommen waren. Das ist natürlich Unsinn, aber wir haben die hohen Kosten auch wegen der exklusiven Versorgung letztendlich nie bereut und sind nach 3,5 Tagen Aufenthalt völlig geflasht und schon fast traurig wieder Richtung Johannesburg abgereist. Unser Guide Jake’s hatte uns wieder zu unserem Fahrzeug gebracht, unterwegs sahen wir noch eine Gepardenfamilie mit Cubs, die Grenzkontrollen verliefen schnell und unaufgeregt freundlich.

Mit Zwischenübernachtungen in der Tzaneen Country Lodge (großes WOW) und der Leeuwenhof Country Lodge, deren einzige Gäste wir waren, erreichten wir die 14 Millionen-Metropole JoBurg. Hier verbrachten wir im tollen Haus meines Cousins Andreas mit Familie 3 Nächte. Sie wohnen i einem sogenannten Estate mit ca. 500 Häusern. Zutritt ist nur über entsprechende Sicherheitskontrollen an einem einzigen Gate möglich. JoBurg hat ein enorm hohe Kriminalitätsrate, so sind dieses Vorkehrungen für wohlhabendere Menschen unumgänglich. Die moderne Welt hatte uns nun wieder und der problemlose Rückflug brachte uns zurück nach Frankfurt. Mit dem ICE ging es flott weiter nach Hannover, sodass wir relativ entspannt und einigermaßen ausgeruht wieder in Burgdorf eintrafen. The dream was over – welcome back in the reality !