Eintracht Hildesheim gg. SC Empor Rostock 27:27 (2019_04_18/ DHB 3. Liga Nord Männer)

Drittlisten erleben es nicht allzu häufig, dass mehr als 2400 stimmungsvolle Zuschauer die Schlussphase eines warm up für eine Begegnung begleiten, die unter einem besonderen Stern stand. Der Sieger dieses brisanten Zweiter- gegen-Ersten-Duells dürfte mit dann zwei Punkten Vorsprung bei noch zwei ausstehenden Spielen die besten Karten zum Erreichen der Qualifikationsrunde zur 2. Liga haben. Schon beim warm up war allen Gesichtern die Bedeutung dieses Spiels anzumerken. Jeder Spieler befand sich im sogenannten Tunnel und war voll fokussiert. Gastgeber Eintracht startete, begleitet mit prächtiger Stimmung,  durch Tore von Lothar von Hermani (4) und Rene Gruszka (8) mit 2:0. Aber Rostock ließ sich davon nicht beeindrucken, fand schnell in diese Begegnung und bot u.a. durch Philipp Asmussen körperlich Paroli. Auch wenn seine Aktion in der 5. Spielminute bereits mit 2 Minuten bestraft wurde, so war es ein Signal an die Eintracht keine Sekunde nachzulassen. Trotz Unterzahl legte Lukas Schieb (4) das 3:1 nach. Aber Rostock wurde stärker und vor allen Dingen effektiver. In der 10. Minute war es der umsichtige Fabian Haasmann (2) der den 4:4-Ausgleich markiert. Hildesheim konterte, ging durch Lothar von Hermani mit 7.5 in Führung, um dann ein wenig den Faden zu verlieren. Zudem wuchs Empor-Keeper Leon Mehler über sich hinaus, hielt was zu halten war und verunsicherte die Eintracht-Offensive. Der SC wusste das zu nutzen und ging auch wegen der 3 Tore des starken Tim Völzke mit 9:14 in Führung. Als der SC nach einer 11:15 Halbzeitführung  diese erneut auf 5 Tore zum 12:17 ausbauen konnte wurde es merklich ruhiger in der Volksbank-Arena. Aber Hildesheim wirkte nun im Defensivverbund mit einem überragenden Adam Papadopoulos deutlich aggressiver und zwang den Gast zu Fehlern, die umgehend zu Torerfolgen führten. Unglaublich wie die Halle beim 16:17 Anschlusstreffer zu toben begann. Der Funke sprang aber trotz einer inzwischen klasse Torhüterleistung von Eintracht-Keeper Paul Twarz noch nicht so recht auf das Spiel der Eintracht über, denn Rostock gelangen durch Nick Witte (8) abermals 3 Treffer in Folge zum 17:20. Eintracht aber kämpfte sich zurück, und wie.  Niko Tzoufras (4) gelang unter ohrenbetäubenden Lärm der 23:23 Ausgleich und Lothar von Hermani setzte mit der 24:23-Führung noch einen drauf. Als Fynn Wiebe in der 53. Minute mit seinem einzigen Treffer das 25:23 erzielte keimten große Hoffnungen auf den so heiß ersehnten Sieg auf. Aber es sollte anders kommen. Rostrock feierte das Comeback beim 27:27 durch Jonas Steidtmann (4). Maurice Lungela vom Gastgeber konnte wenige Sekunden vor Spielende zwar mit einem Foulkontakt den wahrscheinlichen Gewinntreffer setzen, aber die Schiedsrichter waren zu schnell an der Pfeife und gaben einen Freiwurf. Es war die einzige Entscheidung, deren Richtigkeit anzuzweifeln war und die sollte Hildesheim den Sieg kosten. So feierten die Gäste den Punktgewinn, denn in diesem dramatischen Saisonfinish haben sie den Vorteil des gewonnenen Direktvergleiches und behalten somit die Tabellenführung. Es bleibt also weiterhin spannend. Die Eintracht spielt zu Hause noch gegen die Berliner Füchse II und auswärts bei DHK Flensborg, zwei Team gegen die 4 Punkte geholt werden müssen. Rostock muss noch zu den wiedererstarkten Braunschweigern und hat abschließend Wundertüte Handball Hannover Burgwedel zu Gast. Das Programm scheint schwieriger zu sein, denn beide Gegner kämpfen um den Klassenerhalt. Mal schauen, wie es am Ende ausgeht.