TSV Burgdorf III gg. MTV Braunschweig II 32:26 (2019_03_17/ HVN OL Männer)

Ungefährdeter Sieg der Gastgeber gegen wacker kämpfende Braunschweiger. Der MTV kam als Tabellenvorletzter zur TSV und hatte nichts zu verlieren. Entsprechend unbeschwert gingen sie das Spiel an, hielten es einige Zeit lang offen und nutzten Unstimmigkeiten in Burgdorfs Defensive zu einfachen Toren. Immer wieder war es am Kreis Folke Smidt, der vom MTV-Rückraum gesucht und gefunden wurde. Insgesamt 11/4 Torerfolge gelangen ihm. Allerdings zeigte sich damit auch die Schwäche der Gäste. Der Rückraum strahlte weniger Gefahr aus, verlor zu oft durch technische Fehler Bälle und musste meist Gegentore in Kauf nehmen, was dazu führte, das der MTV ständig einem Rückstand hinterherlaufen musste. TSV-Rückraum Steffen Schröter (5) war es, der in den Anfangsminuten drei Treffer erzielen konnte und sein Team in der Erfolgsspur hielt. Er ergänzte sich gut mit Timo Baune (9) und Joel Wunsch (3), der mit seinem Spielverständnis nicht nur Tore erzielte, sondern auch seine Mitspieler gekonnt in Szene setzte. Tobias Ratsch (4) und Jan Ole Böllert (2) waren die weiteren Rückraum-Torschützen. 23 Tore aus dem Rückraum bezeugen, dass der MTV Mittelblock Probleme mit der Organisation seiner Defensive hatte. Burgdorf hingegen hatte Schwierigkeiten Phillip Benckendorf (3) und Lars Körner (3) unter Kontrolle zu halten, sowie deren Anspiele an den Kreis zu unterbinden. Letztendlich reichte dieser Umstand den Braunschweigern allerdings nicht den Gastgebersieg  auch nur annähernd in Gefahr zu bringen. Das Restprogramm der sympatischen Braunschweiger ist alles andere als einfach und es wird realistisch betrachtet schwer die Oberliga zu halten. Die Drittvertretung der Recken hingegen wird auch in der kommenden Saison der Oberliga angehören und damit die Erfolgsstory der TSV Burgdorf fortführen. Die Recken in der Bundesliga, die Jungrecken in Liga 3 und die 3. Herren in Liga 4. Mehr geht nicht.

HSV Hannover gg. TSV Burgdorf II 25:27 (2019_03_16/ DHB 3. Liga-Nord)

Was war denn da mit dem HSV los? In der 1. Hz zeigte das Team von Trainer Lux eine ganz souveräne Vorstellung, ließ die TSV Burgdorf überhaupt nicht zur Entfaltung kommen und hatte zudem in Torwart Jonas Lange einen sicheren Rückhalt. Von Beginn an in Führung liegend bauten Milan Mazic (7) und Co. ihren Vorsprung zeitweise auf sechs Tore aus. Burgdorf wirkte verunsichert, energielos und musste mit einem 16:11 Rückstand in die Halbzeit gehen. Weder die Zuschauer und wahrscheinlich auch viele HSV-Spieler gaben der TSV an diesem Abend eine Siegchance. Es sollte aber anders kommen. Die Jungrecken starteten furios in den zweiten Spielabschnitt und nach 35 Minuten waren es beim 17:15 nur noch zwei Tore Rückstand. Heidmar Felixson und Torge Johannsen hatten ihr Team in der Halbzeitpause neu justiert und motiviert. Die schnellen Treffer zeigten die gewünschte Wirkung. Der HSV kam nun mit der kompromisslosen Defensivarbeit, insbesondere gegen HSV-Lebensversicherung Milan Mazic, und dem ruhigen Aufbauspiel der Gäste kaum noch klar, mussten des Öfteren über die Zeitspielregel Abschlüsse suchen, die Burgdorfs Keeper Jonas Wilde mehrfach halten und sogar zu einem eigenen Treffer nutzen konnte. In der 45. Minute war es dann soweit. Die TSV erzielte durch Bastian Weiß (3) den 20:20 Ausgleich. Der HSV zeigte zwar Kampfmoral, aber es hatte den Anschein, dass die Gäste in der besseren physischen Verfassung waren. Joel Wolf, mit einem Doppelspielrecht für die Burgdorfer Bundesliga -A-Jugend versehen, konnte für den HSV in der 48. Minute nochmals eine 23:22 Führung herauswerfen, aber es sollte das letzte Aufbäumen gewesen sein. Burgdorf spielte nun fast wie aus einem Guss und konnte dem großen Kampf der Gastgeber spielerische Klasse entgegensetzen, die letztendlich den Ausschlag gab. Dem insgesamt überragenden Jannes Krone (7) blieb es vorbehalten mit einer feinen Einzelaktion den 27. TSV-Treffer zum Derbysieg zu erzielen. Der HSV war sichtlich enttäuscht eine 6-Tore-Führung vor ausverkauftem Haus noch aus der Hand gegeben zu haben.

HSG Schaumburg-Nord gg. SF Söhre 27:31 (2019_03_15/ HVN OL Männer)

So langsam muss sich die Mannschaft von HSG-Trainer Sebastian Reichardt Gedanken machen. Mit einer in der zweiten Halbzeit ideenlosen Vorstellung unterlagen sie den Sportfreunden aus Söhre verdient mit 27:31.

Die Gäste kamen mit der Empfehlung eines Spitzenteams (Platz 5) und entsprechend breiter Brust auf das Spielfeld. Schaumburg hingegen sucht nach wie vor die Balance, zeigt ein ständig wechselndes Gesicht und das mit der seit mehreren Spieltagen besten Combo, die noch in der vergangenen Saison um den Meistertitel mitgespielt hatte. Söhre konnte sich zunächst mit 2:0 in Front bringen, verlor aber die Führung durch zwei technische Fehler wieder und so entwickelte sich im ersten Spielabschnitt vor ca. 180 Zuschauern eine Begegnung auf Augenhöhe. Leider trugen die Unparteiischen nicht unwesentlich dazu bei, dass sich kein attraktives Match entwickeln konnte. Beide Teams konnte sich überhaupt nicht auf eine erkennbare Linie einstellen und wirkten verunsichert. Aber auch Schiedsrichter haben schwarze Tage, einen solchen hatte das Gespann an diesem Tag erwischt. Aber, um es vorweg zu nehmen: spielentscheidend war das nicht!! Mit einem gerechten 14:14 wurden die Seiten gewechselt. In der zweiten Halbzeit hatte die HSG den besseren Start, legte gleich zur Führung auf und hatte sogar die Möglichkeit auf 2-3 Tore davon zu ziehen. Aber technische Fehler, fatale Pässe oder aber falsches Entscheidungsverhalten brachten Söhre mit einem nun unwiderstehlichen Yannik Ihmann (12) und umsichtigen Alexander Thiel (3) wieder in Front. Zudem konnte SF-Keeper Eric Prützel viele -wenn auch meist unpräzise- Würfe der Gastgeber abwehren. Entweder war es Yannik Ihmann oder aber der perfekt freigespielte Rechtsaußen Nils Wilken (7), die vom Umschaltspiel profitierten und neben Prützel die entscheidenden Protagonisten auf Seiten der Sportfreunde sein sollten. Söhre führte inzwischen mit 5 Toren und es war klar, dass die HSG diesen Nachteil nicht mehr ausgleichen konnte. Im Rückraum zeigte lediglich Fynn Graafmann (12/6) eine oberligareife Leistung. Den restlichen Rückraumakteuren mangelte an diesem Abend schlichtweg am richtigen Entscheidungsverhalten. Zudem zeigten sich die Außenspieler nicht besonders treffsicher. Mehrere 100%ige wurden nicht in Torerfolge umgewandelt. Söhre konnte mit einer noch nicht einmal überragenden Abwehrleistung die HSG in Schach halten und erlaubte sich nebenbei meist eine Doppelbewachung für Kreismittespieler Mirko Thieme, der nur zu einem einzigen Wurf und Treffer durch einen Tempogegenstoß kam. Im gesamten Spielverlauf wurde nur drei Mal versucht ihn anzuspielen. Alle Anspiele waren überhaupt nicht verwertbar, ein Indiz dafür, dass die HSG es nicht verstanden hatte das Defensivspiel der Söhrer auseinander zu ziehen. Erst mit der Umstellung auf einen mit Maxi Dohmeier (3) zweiten Kreisspieler brachte die Gästeabwehr ins Schwimmen. Da war die Messe allerdings schon längst zu Gunsten der SF gesungen. Söhre zeigte Schaumburg klar die Grenzen auf, war der mehr als verdiente Sieger und freute sich zurecht über einen Auswärtssieg, den sie in der Einfachheit sicherlich nicht erwartet hatten.

mB1 gg. Eintracht Hildesheim 28:19 (2019_03_13/ HVN OL mB)

Zu eher ungewohnter Zeit trafen die ewigen Kontrahenten Burgdorf und Hildesheim aufeinander. Obwohl in den letzten Jahren die TSV meist als Sieger vom Platz ging, birgt dieses Derby immer wieder Brisanz. Das hat zum einen mit dem verbalen Trainerduellen Schröter/Hamann, zum anderen mit dem Publikum beider Parteien zu tun. Zuneigung gibt es während des Spiels keine, entsprechend stimmungsvoll geht es zu. Aber zum Spiel:

Hildesheim startete gut ins Match, zeigte keinerlei Respekt vor den körperlich überlegenen Gastgebern und versuchte sein Glück meist über individuelle Eins gegen Eins Rückraum-Duelle. Das gelang im ersten Spielabschnitt insbesondere RL Julian Fischer zu oft, der es verstand gegen die Wurfhand durchzubrechen, die Schwächen der Burgdorfer Defensive auszunutzen und insgesamt vier Mal zu treffen. Es war der Hildesheimer Rückraum, der immer wieder erfolgreich war und dafür sorgte, dass neben schönen Toren auch einige 7m herausgeholt wurden. Wenn im ersten Spielabschnitt eine Schwäche zu erkennen war, dann war es die Wurfausbeute bei den Strafwürfen. Der Eintracht gelang es in Halbzeit Eins nicht 3 von 4 Siebenmetern an Burgdorfs überragenden Torwart Yendrick  Weißhaar vorbei im Netz unterzubringen.  Wer weiß, welchen Verlauf das Spiel der im Abwehrverbund aufwändig agierenden Hildesheimer ansonsten genommen hätte. So konnte die TSV Rückstände immer wieder ausgleichen oder in Führung gehen. Besonders Nils Schröder (9) und Justus Fischer (4) bügelten anfängliche Schwächen aus und hielten ihr Team in den ersten 25 Minuten im Match. In der Defensive war es ein starker Kjell Maelecke, der seinen halbrechten Gegenspieler überhaupt nicht zur Entfaltung kommen ließ, somit die Hildesheimer Wurfverantwortung an den Mittelmann und  Halblinken weiterreichte und damit großen Anteil am 12:12 Halbzeitstand hatte. Die zweite Spielhälfte sollte dann das wahre Gesicht des nun konzeptionell deutlich besser wirkenden Favoriten zeigen. Lukas Friedhoff (8) und Nils Schröder, im weiteren Spielverlauf auch Daniel Bruns (3) zogen der Eintracht den Zahn und warfen einen beruhigenden 5-Tore-Vorsprung heraus. Die Entscheidung, denn die Eintracht musste nun ihrem aufwändigen Spiel Tribut zollen, baute physisch immer deutlicher ab und versäumte es zur Entlastung das Spiel in die Breite zu ziehen. Immer wieder versuchten die Jungs von Trainer Henrik Hamann über ihren Rückraum erfolgreich zu sein, eine Tatsache, auf die die TSV sich gut einstellen und erfolgreich agieren konnte. Ballgewinne wurden oft  in schnelle Gegenstöße und Tore umgewandelt. Eintracht-Keeper Lukas Reichenbach wurde zudem von seinen Vorderleuten allzu oft alleine gelassen und hatte keine Chance das Endergebnis trotz guter Leistungen freundlicher zu gestalten. 17 Mal musste er in den zweiten 25 Minuten hinter sich greifen, während die Eintracht im gleichen Zeitraum nur noch 7 Mal erfolgreich war. Mit diesem Sieg ist Burgdorf mit 16:0 Punkten weiterhin ungeschlagener Tabellenführer und von der Spitze auch nicht mehr zu verdrängen.

mA2 gg. MTV Groß Lafferde 33:23 (2019_03_10/ HVN mA OL)

So leicht, wie es das Endergebnis ausdrückt, war diese Begegnung für die favorisierten Burgdorfer ganz sicher nicht. Lafferde kam mit einer guten Mannschaft in die GPS, war körperlich und auch spielerisch dem Gastgeber über weite Strecken ebenbürtig. Insbesondere RA Jan-Bennet Kanning (10) und RL Jesper Langeheine (6), der mit einem Zweitspielrecht für den Landesligisten HSG Nord-Edemissen ausgestattet ist, waren über 40 Minuten für die Burgdorfer nur schwer zu stoppen. Allzu leichtsinnig, mitunter lässig, gestalteten die Hausherren nach einer sicher geglaubten 8:3 Führung ihr Spiel und schienen nicht so recht mitzubekommen, dass sie auf einen Gegner trafen, der seine Chance trotzdem nutzen wollte.  Der Bruder des Jungrecken Malte Donker, Ayke (3), stellte mit dem 9:8 den Anschluss her. Lafferdes  überragender RA Kanning war es, der erst das 10:10 Unentschieden und in der 24. Minute die 10:11 Führung erzielen konnte. Er zeichnete sich auch für die weiteren Führungstreffer zum 12:13 und 13:14 verantwortlich. Kanning war es, der seine Farben im Spiel hielt. Auf Burgdorfer Seite wurde nun endlich der Ernst der Lage erkannt und es entwickelte sich eine Spielphase, die entscheidend sein sollte. Ständig wechselnden Führungen setzte Burgdorfs Top-Torjäger Lukas Friedhoff mit seinem 7. von 12 Treffern beim 21:19 ein Ende. Der ungemein effiziente Henrik Kollmeier (6), Daniel Bruns (5) und Lukas Friedhoff mit einem Doppelschlag schraubten das Ergebnis auf 24:19 hoch. Dieser Rückstand versetzte den nun physisch stark nachlassenden Gästen den Knockout. Nun hatten der Burgdorfer Jugend-Bundesliganachwuchs leichtes Spiel, nutzte unkonzentrierte, mitunter überhastete Abschlüsse des Gegners oder abgewehrte Würfe des sehr überzeugenden Torwarts Niklas Peinz, später auch Yannis Pätz, zu leichten Tempogegenstoßtoren. Lafferde war jetzt dem konzeptionellen Spieltempo und der kompromisslosen Defensive der Gastgeber nicht mehr gewachsen und musste sich letztendlich doch recht deutlich geschlagen geben. Mit diesem Sieg erklommen die Burgdorfer wieder die Tabellenspitze, da der bis dahin Tabellenerste TSV Anderten in heimischer Halle dem bärenstarken Team von der HSG Grüppenb./Bookholzb. mit 19:34 !!!! unterlegen war.

Jungrecken gg. Oranienburger HC 25:22 (2019_03_10/ DHB 3. Liga Nord)

Kein Spiel für Feinschmecker sahen ca. 200 Zuschauer beim 25:22 Sieg der Jungrecken gegen die robusten Gäste aus Oranienburg. Die Vorzeichen waren klar. Oranienburg wollte sich für die 37:30 Hinspielniederlage revanchieren und zeigte über die gesamte Spieldauer ein sehr körperlich ausgelegtes Spiel. Die Jungrecken waren gefordert und wussten, dass sie nur über ihren spielerischen Vorteil und eine hundertprozentige Defensivleistung bestehen können. Entsprechend konzentriert gingen sie die Aufgabe an. Mit dem insgesamt überragend haltenden Keeper Jonas Wilde (1)  und einer sehr variablen 6:0 Deckung wurden die Gäste zu Fehlern gezwungen, die in den Anfangsminuten insbesondere der wieselflinke Recken-Neuprofi Vincent Büchner (6) zu nutzen wusste. 6:2 hieß es nach zwölf Minuten, ehe Oranienburg besser in Fahrt kam und nach 18 Minuten beim 7:5 den Anschluss fand. Aber die junge Riege von Trainergespann Heidmar Felixson/Torge Johannsen ließ sich nicht beeindrucken, stand hervorragend im Deckungsverbund und konnte die Ballgewinne nun auch u.a. durch den unglaublich dynamischen und schnellen Jannes Krone (4) zu einer 11:6-Führung ausbauen. Das sportliche Management der Recken wird an Krone kaum vorbei kommen können, so konstant stark sind seine Auftritte in Liga 3 und wenigen Spielen im Team der Profis.  Oranienburg kämpfte aber weiter, setzte immer wieder seinen körperlichen Vorteil -mitunter grenzwertig- ein und konnte sich nun auch auf Schiedsrichterentscheidungen verlassen, deren Auslegungen teilweise überhaupt nicht nachvollziehbar waren. Plötzlich hieß es in der 39. Minute nur noch 15:13. Zur Verwunderung aller Beteiligten Spieler und Zuschauer erhielt TSV-Abwehrchef Joshua Thiele eine 2-Minuten-Strafe und wegen der daraus resultierenden Kommentierung eine weitere Zeitstrafe mit der Folge einer Disqualifikation aufgebrummt. Es hatte den Anschein, dass die Unparteilichen den Faden verloren haben, denn auch auch die Gäste kamen in der weiteren Spielfolge in den Genuss seltsamer Entscheidungen gegen ihr Team. Oranienburg hatte nun alle Vorteile auf seiner Seite, aber wie es so oft passiert, wuchs Burgdorf mit Keeper Wilde trotz 4-minütiger Unterzahl über sich hinaus, verhinderte Oranienburger Torerfolge und konnte sogar eigene Treffer erzielen. Das hinterließ beim Gast Wirkung. Spätestens beim 20:16 in der 48. Minute, als Wilde ins leere Tor der Gäste traf, war klar, dass die Jungrecken dieses Spiel nicht mehr aus der Hand geben würden. Oranienburg kämpfte zwar bis zum Ende, zeigte sich aber im Angriffsspiel nicht clever genug, um nun selbstbewusste Jungrecken zu knacken. Als es noch einmal eng zu werden schien, war es Veit Mävers (5), der Verantwortung übernahm und ganz wichtige Treffer zum letztendlich verdienten Sieg beisteuerte. Oranienburg versäumte ein besseres Ergebnis, weil es ihnen nicht gelang Überzahlsituationen für sich zu entscheiden. Meist kassierten sie in diesen Situationen sogar Gegentore, an denen sie letztendlich gescheitert sind.

mA1 gg. HC Westf. Herne 42:28 (2019_03_10/ A-Jgd-BL West)

Aufgrund seiner Verletztenmisere konnte der Gast aus Herne nur mit einem dezimierten Kader von acht Feldspielern und zwei Torwarten anreisen. Denkbar schlechte Vorzeichen für einen fairen Vergleich gegen den Favoriten Burgdorf. Herne zeigte sich auswärts bisher stark, konnte einige Begegnungen für sich entscheiden und so war der Gastgeber trotz der Umstände gewarnt. Aber das Team um Trainer Iker Romero startete sehr konzentriert, zog dem HC schon in den Anfangsminuten den Zahn und führte nach 13 Minuten bereits 7:1. Herne kämpfte dennoch, nutzte Schwächen in Burgdorfs Abwehr und kam auf 9:5 heran. Aber es war an diesem Tag ein Kampf von David gegen Goliath. Burgdorf ließ sich mit voller Personaldecke nicht beeindrucken, zog weiterhin sein druckvolles Spiel auf konnte trotz einiger Fehlwürfe oder guten Torparaden von Hernes Keeper Jan Bystron mit 20:11, auch dank einer insgesamt guten TSV-Torhüterleistung von Tim Buschhorn und Nils Mecke, in die Halbzeit gehen. Im zweiten Spielabschnitt musste dann zu allem Überfluss auch noch Hernes Mittelmann Oskar Kostuj (1) mit einer Verletzung im Leistenbereich passen. Eine erhebliche zusätzliche Schwächung. Herne hatte nur noch eine Wechselmöglichkeit und so war es nur logisch, dass die verbleibenden Akteure keine Chance auf ein besseres Ergebnis hatten. Hoch anzurechnen ist ihnen, dass sie nie aufgaben, immer wieder ihre Torchancen suchten und mit 28 Treffern unter den Voraussetzungen viele Tore gegen eine nicht immer sattelfeste Burgdorfer Defensive erzielten . Aber die Kräfte ließen natürlich nach und Trainer Stephan Krebietke blieb nichts anderes übrig, als die Niederlage mit Fassung zu ertragen.  Mit diesem Sieg untermauerte Burgdorf seine Ambitionen auf die Teilnahme am Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft. Derzeit Platz 2 mit 5 Punkten Vorsprung vor dem Verfolger Nettelstedt reicht dazu aus. Bei noch 4 ausstehenden Spielen müssen zwei Siege errungen werden, dann ist das Ziel erreicht.

TSV Burgdorf mC1 gg. HV Lüneburg (2019_03_10/ HVN OL mC Staffel Ost)

Der bereits feststehende Staffelsieger Burgdorf empfing den HV Lüneburg mit einer zunächst etwas laschen Einstellung. Der Gast zeigte sich keinesfalls gewillt kampflos die Punkte dem Favoriten abzugeben, ging in der 7. Minute durch Nico Diringer (8) mit 1:2 in Führung und konnte auch den dann folgenden Rückstand in der 16. Minute durch den agilen Lenny Tran (7) zum 7:7 ausgleichen. Die bei einer 7:6-Führung zuvor genommene Auszeit durch TSV Trainergespann Marohn/Klein schien nicht zu fruchten, aber die Sorge war unberechtigt. Burgdorf legte nun seine Lethargie und Lässigkeit ab, nahm die Favoritenrolle sichtbar ernst und bestimmte fortan das Spiel. Zur Halbzeit wuchs der Vorsprung auf 19:11 an. Damit war die Vorentscheidung gefallen. Im zweiten Spielabschnitt kämpften die Gäste um Ben Reinhardt (7) zwar aufopferungsvoll weiter, aber das aufwendige Defensivspiel kostete viele Körner und fehlende Wechselalternativen wirkten sich auf das Offensivspiel aus. TSV-Keeper Kaleb Lischka entschärfte zudem viele Würfe, Marek Siggelkow (8), Dennis Imgrunt (5), Torben Marx (5) und weitere acht Torschützen trafen gegen immer unkonzentrierter wirkende Lüneburger, die in Halbzeit Zwei trotzdem noch 14 Tore erzielen konnten. Burgdorf spielte nun aber seine personelle und spieltechnische Überlegenheit aus, agierte in den letzten zehn Spielminuten mit vier Spielern des jüngeren Jahrganges und steuerte dennoch einem ungefährdeten 37:25 Sieg entgegen. Nun gilt es für die Jungs um Renke Rohrweber (3) sich auf die Verbandmeisterschaften in Oldenburg vorzubereiten. Dort warten Gegner anderen Kalibers, wenn es heißt, den Titel des Niedersachsenmeisters auszuspielen.

Die Recken gg. Füchse Berlin 26:25 (2019_02_21/ DKB HBL)

Kein Spiel für schwache Nerven. Was passierte denn gestern in der Swisslifehall im Spiel gegen die Füchse Berlin? Als Favoriten angereist, mussten sich die Spieler um den leider ständig mit den Schiedsrichtern diskutierenden Trainer Petkovic quasi in letzter Minute dem Gastgeber Recken mit 26:25 geschlagen geben.

Aber der Reihe nach: Berlin startete sehr konzentriert, hatte mit Silvio Heinevetter einen klasse Keeper im Kasten stehen und arbeitete sehr effektiv im gut funktionierenden Abwehrverbund. In einer Offensivaktion verletzte sich Paul Drux ohne Fremdeinwirkung am Knie, konnte erfreulicherweise  später wieder am Spiel teilnehmen. Im Angriff setzte insbesondere Jacob Tandrup Holm mit seinen gefährlichen Schlagwürfen immer wieder Nadelstiche. Im ersten Spielabschnitt gelangen ihm allein 5 von insgesamt 6 Tore. Die Recken fanden zunächst überhaupt keinen Zugriff auf das Spiel, rieben sich im Angriff durch technische Fehler oder aber unkontrollierte Abspiele auf, wobei sich dabei insbesondere die Leistungsträger hervortaten. Ihnen war die derzeitige Belastungssituation zunächst deutlich anzumerken. Auf Rechtsaußen ließ auch der eigentlich treffsichere Timo Kastening -aktuell in den Kader der Nationalmannschaft berufen- einige Wurfchancen liegen. Mister zuverlässig Kai Häfner wirkte ebenfalls müde und es hatte den Anschein, dass das Team um Trainer Carlos Ortega mehr eine Pause als ein Spiel benötigte. Lediglich die Kreisspieler Evgeni Pevnov und Ilija Brozovic zeigten im ersten Spielabschnitt  normale Leistungen und hielten neben dem über die gesamte Partie überragenden Torwart Martin Ziemer die Recken vor ausverkauftem Haus trotz eines 5-Tore-Rückstandes zur Halbzeit im Spiel. Es konnte nur besser werden – so lautete die einhellige Meinung der Fans und Offiziellen. Und es sollte so kommen. Im zweiten Spielabschnitt starteten die Hausherren furios und hatten nach wenigen Minuten mit dem nun wurfsicheren Timo Kastening den Anschlusstreffer erzielt. Martin Ziemer war es, der in weltmeisterlicher Manier immer wieder die verzweifelten Würfe der Füchse parieren konnte und mitunter sehenswerte Konter einleitete. Häfner, Olsen und Böhm führten nun ihre Recken in gewohnter Qualität in einen bemerkenswerten flow. Berlin konnte machen was es wollte, immer hatten die Hausherren eine Antwort parat, gaben sich vor frenetischem Publikum extrem motiviert und kämpferisch. Rückstände tropften am guten Cehte und Co. ab. So entwickelte sich eine Dramaturgie, die an Spannung kaum zu überbieten war. Fabian Böhm erzielte 80 Sekunden vor Abpfiff unter ohrenbetäubenden Lärm den 26:25 Führungstreffer, der bis zum Abpfiff tatsächlich Bestand haben sollte. Danach brachen alle Dämme. Martin Ziemer war Ziel des Dankes und sein Name hallte aus tausenden Mündern einige Minuten zurecht durch die Swisslifehall. Schade, dass dieser ‚Typ‘ in der kommenden Saison nicht mehr im Trikot der Recken auflaufen wird. Schwer vorstellbar, nach einer solch grandiosen Leistung. Mit diesem doch etwas überraschenden Sieg gegen den Tabellenfünften haben sich die Recken von den Abstiegsplätzen weiter entfernt und könnten mit neuem Selbstvertrauen zukünftige Aufgaben angehen.

‘Die Recken’ gg. TBV 1898 Stuttgart 33:22 (2019_02_08 / DKB HBL)

Das war ein wirklich überzeugender Auftritt der Recken. Nach zuletzt sieben sieglosen Spielen kam die Handball-WM-Pause zu rechten Zeit. Trainer Carlos Ortega fehlten in der Rückrundenvorbereitung zwar die WM-Spieler Kai Häfner, Fabian Böhm und Morton Olson, dafür war es aber für den Nachwuchs die Gelegenheit mit den Profis zusammen zu wachsen. Das sollte sich im Spiel gegen Stuttgart, das die Hinspielbegegnung deutlich und mit 18 Toren von ‘Mimi’ Kraus für sich entschieden hatte, zeigen. Die TSV Hannover-Burgdorf ließ von Beginn an keine Zweifel am Sieg aufkommen, musste lediglich beim 1:1 einen Gleichstand hinnehmen. Einem Rückstand musste das Team um den Allstar Timo Kastening überhaupt nicht hinterher laufen. Kastening war es auch, der mit seinem Einsatz, seiner Schnelligkeit und seinem Wurfwitz an diesem Abend überragte. 9 Tore gelangen ihm, aber auch sein Rückzugsverhalten führte zur Balleroberung nach einem langen Abwurf des wegen seiner schwachen Abwehr angesäuerten TBV-Keepers und Weltmeisters Jogi Bitter, der mit David Schmidt (7) noch zu den stärksten Akteuren seiner Mannschaft gehörte. Der TBV biss sich immer wieder an der sehr guten Defensive der Gastgeber fest, fand keine Mittel gegen den kompakten Mittelblock Brozovic/Pevnov und scheiterte mit vielen Würfen am gut aufgelegten Martin Ziemer im Tor der Recken. Seine Leistung wurde mit 60 Minuten Einsatzzeit zurecht belohnt. Kai Häfner (6), Fabian Böhm (3) und Morton Olson (5) sorgten für viel Druck aus dem Rückraum und nahmen den positiven Spirit der WM mit in diese Begegnung. Am Kreis waren Ilija Brozovic Spielern (3) und Jewgeni Pevnov schwer zu decken, sodass in den letzten zehn Minuten Spielzeit die Integration der jungen und sehr zufriedenen Spieler Vincent Büchner (1), Hannes Feise (1), Veit Mävers und Joshua Thiele leicht gemacht wurde. Lediglich Rechtsaußen Jannes Krone musste auf Einsatzzeiten verzichten. Über 4800 Zuschauer zollten der souveränen Vorstellung der Recken stehende Ovationen und bejubelten insbesondere die Treffer der Youngster Büchner und Feise. Ein Beleg dafür, dass der eingeschlagene Weg des Trainerteams Früchte zu tragen scheint.